Daniel Hope
 

Vom Wunderkind zum reifen Violinisten
Daniel Hope erstaunt mit Talent und außergewöhnlichem Repertoire
"Sein Ton gründet weniger auf Brillianz als vielmehr auf einer inneren Balance von unglaublich flexiblem Vibrato und einem wundervollen Ton ohne jede Spur von Kitsch. ... es ist schlicht erstaunliche violinistische Fähigkeit und musikalische Intelligenz"

FAZ

Unter den jungen, Aufsehen erregenden Geigen-Talenten der letzten Jahre nimmt Daniel Hope eine Sonderstellung ein. Der Boston Globe sieht ihn als “den wichtigsten britischen Streicher seit Jacqueline du Pré” und betrachtet man die schon 20 Jahre dauernde Karriere des 1974 Geborenen, kann man dem nur zustimmen.

Schon als Zehnjähriger trat Daniel Hope im britischen Fernsehen auf, im Kammerkonzert mit dem bekannten Kontrabassisten Gary Karr. Der junge Geiger fiel dabei Sir Yehudi Menuhin auf, der ihn einlud, die "Vierundvierzig Violin Duette" von Bela Bartok gemeinsam im deutschen Fernsehen aufzuführen. Bis zu Menuhins letztem Konzert in der Düsseldorfer Tonhalle 1999 traten sie seither über 60 Mal gemeinsam auf und erarbeiteten ein breites Repertoire.

Neben diesen unschätzbaren Erfahrungen studierte Hope an der Londoner Royal Academy of Music und schloß sein dortiges Studium 1996 mit Auszeichnung ab. Von 1992 bis 1998 zählte er zudem zu den Meisterschülern des legendären russischen Geigen-Pädagogen Zakhar Bron an der Londoner Highgate School.

Während des Studiums hörte Daniel Hope bei einem Sommerkurs in Deutschland 1989 zum ersten Mal die "Violin Sonate Nr.1" des russisch-stämmigen Komponisten Alfred Schnittke und war fasziniert. Mit Bron erarbeitete er sich das Werk und wurde binnen eines Jahres zum kompetenten Interpreten aller Kompositionen Schnittkes für Violine.

Als er 1991 am Rande einer Aufführung der "Sonate Nr. 1" hörte, Schnittke sei an einem Schlaganfall gestorben, war er sehr betroffen, denn er hatte den Komponisten nie persönlich kennengelernt. Glücklicherweise stellte sich jedoch später heraus, dass Schnittke die Hirnblutung mit nur geringen Beeinträchtigungen überlebt hatte. Hope erfuhr davon bei einem Gastspiel 1992 in Hamburg, der Heimatstadt Schnittkes, und machte sich umgehend zum Haus des Komponisten auf, im Gepäck ein Band seines letzen Konzertprogramms mit Werken Schnittkes aus dem Schweizer Radio. Aus dem spontanen Besuch entwickelte sich eine enge Freundschaft und bis zum Tod des Komponisten 1998 trat Daniel Hope in zahlreichen Konzerten und einer Reihe zu Ehren des Komponisten auf. Noch 2004 legte Daniel Hope auf dem Album ´East meets West´ die Erst-Einspielung der "Violinsonate Nr. 0" von Alfred Schnittke vor.


Daniel Hope ist ein überaus vielseitig interessierter Musiker, er arbeitete mit so unterschiedlichen Musikern wie dem Concerto Köln (ein Ensemble für alte Musik), dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer, dem Jazzpianisten Uri Caine und dem Sänger Bobby McFerrin. Mit dem Sitar-Meister Gaurav Mazumdar rekonstruierte er für ´East meets West´ Werke von Ravi Shankar aus den 60er Jahren, die dieser damals gemeinsam mit Yehudi Menuhin eingespielt hatte. Hope und Mazumdar entdeckten bei der Arbeit an ihrer Hommage an ihre jeweiligen Mentoren Shankar/Menuhin ebenfalls ein in Vergessenheit geratenes Instrument, das “Luthéal”, einen in seinen Klangmöglichkeiten erweiterten Flügel, den das Maurice Ravel erstmals in seiner Rhapsodie ´Tzigane´ einsetzte. Der Evening Standard schrieb begeistert über das außergewöhnliche Programm: “Zur rechten Zeit eine Erinnerung an Shankars Genie, aber auch daran, dass wir heute westliche Klassik-Interpreten haben, wie Daniel Hope, die indischer Musik mit Einfühlungsvermögen und wahrem Verständnis begegnen.“ Das Album ´East meets West´ brachte Daniel Hope 2005 seine zweite ECHO Klassik-Trophäe in Folge ein und war für den Grammy nominiert.


Auch im etablierten Konzertbetrieb ist Daniel Hope engagiert. Orchester wie das Israel Philharmonic, Detroit Symphony, RSO Berlin, Staatskapelle Dresden, BSO Berlin, Royal Philharmonic, Concerto Köln, RSO Wien, BBC Symphony, BBC Philharmonic, BBC Wales, RSO Moskau, Orchestre de Toulouse, Wiener Kammerorchester, Royal Scottish National, RSO Leipzig, the Hallé, NDR-Hannover, Lausanne Chamber Orchestra, Royal Liverpool Philharmonic und RTVE-Madrid luden ihn bereits zu Gastspielen ein, er arbeitete mit Dirigenten wie Mstislav Rostropovich, Yehudi Menuhin, Michel Plasson, Kent Nagano, Rafael Frühbeck de Burgos, Jeffrey Tate, Eliahu Inbal, Vladimir Fedosseyev, Thomas Hengelbrock, Michael Stern, Alexander Lazarev, Richard Hickox, David Stern, Jiri Belohlavek, Hans Graf, Junichi Hirokami, James Judd und Saulius Sondeckis in den bedeutendsten Konzertsälen in England, Europa wie auch in den USA, Südafrika, Argentinien und Japan zusammen.

Er war 1995 unter den Gründungsmitgliedern des London International Piano Quintets, das 1999 den Allianz Preis gewann. 1996 wählte ihn die Berg Foundation aus, um die Welt-Uraufführung der revidierten Fassung von Alban Bergs Violinkonzert “Dem Andenken eines Engels” in Wien zu realisieren. Als jüngstes Mitglied seit der Gründung des Ensembles trat er dem Beaux Arts Trio bei und begeisterte auf Welttournee 2005 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Trios Publikum und Kritik. Die Washington Post schrieb über die neue Besetzung: “Das Beaux Arts Trio hat sein beinahe utopisches musikalisches Niveau beibehalten …meisterhaft!“.

Überaus beliebt sind seine Auftritte bei Sommer-Festivals, z.B. bei den BBC Proms, dem Festival Spannungen oder dem Klangbogen Wien; in Luzern, Colmar, Ravinia, Schleswig-Holstein, Gstaad, auf Schloss Elmau, in San Sebastian, Carinthian Summer, Mecklenburg-Vorpommern, Harrogate und Manchester Proms. In der Saison 2003/2004 gab Daniel Hope sein Debüt bei den Salzburger Festspielen und war 2004 Artist-in-Residence beim Savannah Music Festival in Georgia, USA (www.savannahmusicfestival.com) Unter seinen Kammermusik-Partnern finden sich Menahem Pressler, Yuri Bashmet, Lynn Harrell, Tabea Zimmermann, Sebastian Knauer, Sharon Kam, Sergei Nakariakov, Philippe Entremont, Paul Meyer, Lars Vogt, Christoph Poppen und Alexei Lubimov.

Mit seinem aktuellen Album lenkt Daniel Hope die Aufmerksamkeit auf ein weiteres bemerkenswertes Jubiläum der Musikgeschichte: in 2006 jährt sich der Geburtstag des russischen Modernisten Dmitry Shostakovich zum 100. Mal. Der junge briotische Geiger konnte für seine Einspielung der beiden anspruchsvollen Violinkonzerte, kombiniert mit der beliebten ´Romance´ aus der populären Filmmusik-Suite ´The Gadfly´ den Sohn des Komponisten, Maxim Shostakovich als Dirigenten gewinnen. Dessen Erfahrung und natürliche Autorität mit dem Oevre seines Vaters in Verbindung mit der Dynamik des jungen Daniel Hope (Stephen Johnson vom BBC Music Magazine schrieb fasziniert: "Nie habe ich eine packendere Aufführung der Shostakovich-Sonate gehört – nicht einmal von David Oistrakh") machen diese Einspielungen zu einem besonderen Erlebnis und heben sie deutlich von der Vielzahl der Aufnahmen im Katalog ab.

 
 
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